FAQ Fragen meiner Leserinnen an mich
Vermischtes

FAQ | Fragen meiner Leserinnen an mich Rund um Samenspenden, Co-Eltern und Kosten

Die folgenden Fragen wurden mir so oder ähnlich von meinen Leserinnen gestellt.

Erste Überlegungen (5)

Ja, ich habe als allererstes meine Schwester eingeweiht, dass ich mich inseminieren lassen möchte. Vor dem ersten Versuch wusste sie also schon Bescheid und war mir auch eine große Stütze, als es nicht geklappt hat.

Danach habe ich meine Eltern mit ins Boot geholt, dass ich diesen Weg gehen werde. Sie hatten allerdings nicht damit gerechnet, dass es direkt beim zweiten Mal klappt und waren entsprechend (positiv) überrascht.

Nein, war ich nicht. Ich habe zwar niemandem etwas Falsches erzählt, ich habe aber auch nicht allen sofort gesagt, wie ich schwanger geworden bin. Engen Freunden habe ich nach und nach eröffnet, dass ich bei einer Samenbank war, aber eher beiläufig im Nebensatz. Bei anderen kam es erst zur Sprache, nachdem mein Sohn schon auf der Welt war.

Bestimmt haben sich die meisten Bekannten schon ihren Teil gedacht, aber niemand hat mich gedrängt. Und so fiel es mir auch immer leicht, den richtigen Moment für mich zu bestimmen, wann ich wem was erzähle.

Tatsächlich wurde ich von keiner einzigen Person gefragt, wer der Vater ist. Einige Bekannte sind davon ausgegangen, dass es mein damaliger Freund war und waren irritiert, als ich das verneint habe. Weiter nachgefragt hat allerdings niemand.

In meiner Vorstellung als Mama habe ich mich immer mit zwei Kindern gesehen. Ich bin selbst auch mit zwei Geschwistern aufgewachsen und fand das (meistens) toll.

Allerdings bin ich auch realistisch und möchte meinem Sohn so viel von seiner Mama geben, wie es möglich ist. Er soll nicht das Gefühl bekommen, dass er mir nicht genügt.

Aktuell ist es also noch kein Thema. Da ich allerdings nicht jünger werde, wird mich diese Frage mit spätestens 40 nochmal beschäftigen.

Solche Sorgen und Ängste sind also vollkommen normal und betreffen vermutlich die meisten – wenigstens zu Beginn. Ich glaube, dass es sogar für Spenderkinder einfacher ist, als für Kinder von getrennten Partnern, die teilweise immer noch sehr stigmatisiert werden. Aber wenn ich mir vorstelle, das Umfeld weiß, dass das Kind ein absolutes Wunschkind ist, ist es bestimmt einfacher damit umzugehen, als wenn es immer zwischen zwei Parteien hin- und hergerissen wird.

Studien haben übrigens ergeben, dass Kinder aus freiwilligen Ein-Eltern-Familien (via Samenspende) genauso glücklich und schulisch erfolgreich sind, wie Kinder aus klassischen Mama-Papa-Kind-Familien. Die “Problemkinder” sind diejenigen, die aus Scheidungs- und Trennungsfamilien kommen.

Negative Reaktionen habe ich bisher nicht unmittelbar bekommen. Höchstens mal unreflektierte Kommentare in den sozialen Medien. Das sind aber Menschen, die sich mit dem Thema einfach nicht auseinandergesetzt haben und die Seite der Frau auch kaum verstehen.

Da es ziemlich viele Frauen gibt, die sich für diesen Weg entscheiden – man sieht es ihnen ja nicht an – wird es immer mehr zur Realität der neuen Familienform. Die ist übrigens in den USA, Neuseeland, Großbritannien, Spanien und in Dänemark schon seit langem vorhanden und akzeptiert. Deutschland hinkt, wie üblich, hinterher. Das macht diese Form der Familie für einige auch so wenig nachvollziehbar und verunsichert einige Frauen, ob sie es wirklich “wagen” sollen.

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Samenbanken (4)

MOT 50 brauchst du definitiv nicht! Wenn du eine reine Insemination (IUI) planst, genügt Sperma mit MOT 20 – das bieten die ESB und SellmerDiers standardmäßig an. Wird es auf eine IVF oder ICSI hinauslaufen, genügt sogar Sperma mit MOT 5.

Warum es bei Cryos so eine große Spanne gibt kann ich nicht sagen. Aber schadet sicherlich nicht, anzugeben, dass man so potente Spender hat.

Je nach Behandlungsart empfehlen Kinderwunschkliniken meistens zwischen 2 und 4 Halmen zu ordern. Ich habe z.B. die goldene Mitte gewählt. Meine Klinik hatte 3-4 Einheiten (für die IUI) vorgeschlagen, die Samenbank ebenfalls, und da habe ich die günstigste Variante genommen und habe von den 3 Halmen letztendlich nur einen verbraucht. Bei meinem jetzigen Alter sähe das dann allerdings anders aus.

Ich habe auch einen guten Eindruck der dänischen Samenbanken.

Das liegt in erster Linie daran, dass ich mir die Spender alle online anschauen und selbst auswählen kann und somit nicht die “Katze im Sack“ kaufe. Außerdem sind die Preise transparent aufgeschlüsselt und der Bestellprozess ist ziemlich einfach.

Ebenfalls gefällt mir bei den dänischen Samenbanken, dass es jede Menge Aufklärungsmaterial und Infos gibt, worauf die Spender getestet sind. Ich muss aber auch betonen, dass ich mit den deutschen Samenbanken bisher keine Erfahrung gesammelt habe.

Bei meinem ersten Versuch hatte ich einen Spender von Cryos. Bei meinem zweiten kam der Spender aus der ESB (European Sperm Bank).

Warum manche Samenbanken bei Spendern nur IUI (gewaschener Samen) oder nur ICI (ungewaschener, roher Samen) anbieten, kann ich nicht sagen.

IUI-Samen ist ja aufwändiger in der Herstellung. Sollte es hauptsächlich ICI-Sperma geben, kann das daran liegen, dass viele Kliniken es bevorzugen, vor einer IVF den Samen selbst zu reinigen oder eben, dass es viele Patientinnen gibt, die es nach wie vor per Heiminsemination versuchen möchten.

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass die jeweilige Samenbank anfangs noch von beiden Varianten – ICI und IUI – eine ähnliche Menge hat, dass sie aber keinen Einfluss darauf hat, was die Frauen davon kaufen und eine Aufbereitung dann eher ausverkauft ist als die andere.

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Heiminsemination (5)

Deine Bedenken bezüglich Spendersamen kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich hatte anfangs auch kurz überlegt, ob ich mir aus dem privaten Umfeld jemanden suche bzw. mal die einschlägigen Foren abgrase. Aber das hat meine Bedenken eher noch verstärkt.

Bei Samenbanken, die nach hohen Qualitätsstandards arbeiten, hatte ich von Anfang an ein besseres Gefühl. Die Samenbanken, die ich auf meinem Blog erwähne, erfüllen meiner Einschätzung nach alle die hohen Anforderungen an Spendersamen.

Aktuell gibt es nur noch die SellmerDiers-Samenbank, die das Sperma zu dir nach Hause schickt. Cryos und die ESB liefern immerhin noch an autorisiertes Gesundheitspersonal. In Dänemark gehören die folgenden Personengruppen dazu:

  • Ärzte
  • Zahnärzte
  • Chiropraktiker
  • Krankenschwestern
  • Hebammen
  • Ergotherapeuten
  • Physiotherapeuten
  • Medizinisch-technische Laborassistenten
  • Diätassistenten
  • Medizinisch-technische Radiologieassistenten
  • Klinische Zahntechniker
  • Optiker
  • Optometristen
  • Podologen
  • Gesundheitsassistenten

Bedeutet: Kennst du zufällig jemanden aus dieser Berufsgruppe, kannst du denjenigen bitten, die Lieferung für dich in Empfang zu nehmen.

Bei den dänischen Samenbanken kannst du dir jedenfalls sicher sein, dass es alles sehr professionell und diskret abläuft. Da steht nicht auf dem Paket “Vorsicht, Spermalieferung”, und auch die sonstige Abwicklung geht sehr schnell. Wichtig für eine Heiminsemination halte ich, dass das Timing stimmt, umso mehr, wenn du deinen Eisprung nicht auslöst, sondern im natürlichen Zyklus dein Glück versuchst.

Eventuell kannst du auch eine Freundin bitten, dir beim Einführen zu assistieren. Das wäre zumindest für mich ein Problem gewesen, in der ganzen Aufregung den richtigen Eingang zu finden.

Es klappt aber natürlich auch bei vielen ohne Hilfe hervorragend. Ich weiß nur, dass einige sich etwas Hilfe dazugeholt haben.

Was du übrigens einfach mal machen kannst, sofern noch nicht geschehen: Lege dir bei den Samenbanken einfach mal einen kostenlosen Account zu und schaue dir die Spender im Detail an. Da stehen bereits viele Angaben, während der Umfang zum Spender je nach Samenbank und Spenderprofil variiert. Da bekommst du einen guten Eindruck davon, welche Informationen über die Männer existieren. Und vielleicht hast du dann schon ein besseres Gefühl dazu, dir eventuell irgendwann Sperma dort zu bestellen.

Eine Heiminsemination hatte ich bei mir auch erst überlegt, aber diese Präzision beim Einführen des Samens habe ich mir bei einer so aufregenden Prozedur nicht zugetraut. Und auch keinem Freund, der mir dabei hilft.

Deswegen habe ich eine professionelle Intrauterine Insemination (IUI) durch eine Ärztin durchführen lassen, die den Samen per Katheter direkt in die Gebärmutter gespritzt hat. Insgesamt hatte ich zwei Versuche, bis es mit einer Schwangerschaft geklappt hat.

Bei einer Heiminsemination ist es schwierig zu sagen, nach wieviel Versuchen sich letztendlich ein Erfolg einstellt.

Ich sollte für eine IUI beispielsweise 3 bis 4 Einheiten bestellen, was auch das ist, was die meisten Samenbanken als Empfehlung aussprechen. Egal, ob man es bereits bestellt oder erst nur reserviert und im Depot der Samenbank lagert.

Wird man nach spätestens 4 Versuchen via IUI nicht schwanger, raten viele Kliniken dazu, es mit einer IVF zu probieren. Ich kann mir vorstellen, dass man bei einer Heiminsemination noch länger probiert – eventuell doppelt so lange – bis man den nächsten Schritt geht. Das ist aber nur eine Vermutung meinerseits.

Neben Cryos und der ESB dürfen die meisten dänischen Samenbanken seit einer Gesetzesänderung zum 1.7.2018 tatsächlich nicht mehr zu dir nach Hause liefern. Eben nur wenn eine medizinische Person das Go gibt oder es direkt dorthin transportiert wird.

Etwas anders sieht es bei SellmerDiers aus. Und, ja! Es ist absolut möglich, mit Samen von dieser Samenbank (oder einer anderen) alleine schwanger zu werden.

Es kommt eben auf viele Umstände an, auf die du gar keinen Einfluss hast, beispielsweise auf das perfekte Timing des Eisprungs, auf die Qualität deiner Eizellen, deren Anzahl. Und eine Portion Glück, ob der Spendersamen und deine Eizellen zusammenpassen gehört auch dazu. Trotzdem sicherlich einen Versuch wert.

Ich habe einige Frauen kennengelernt, bei denen auch eine Heiminsemination zum Erfolg geführt hat. Meistens haben sie aber auch gleich mehrere Versuche hintereinander gemacht.

Die IUI hat den Vorteil, dass das Sperma direkt gen Eizellen gebracht wird und die Spermien nicht noch deine Schleimhaut passieren müssen. Da gehen ja immer schon ein paar flöten, und das war für mich deswegen auch einer der Gründe – neben einer ziemlich unsicheren Hand meinerseits -, dass ich mich von einem Arzt habe behandeln lassen.

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Kinderwunschklinik (11)

“Die Garantieperson gibt eine Unterhaltserklärung für das Kind ab und unterschreibt einen Vertrag zugunsten Dritter, für den Fall, dass das Kind finanzielle Ansprüche gegen die Samenbank oder die Kinderwunschklinik stellen sollte. Meist sind diese Garantiepersonen Geschwister oder – je nach Alter – auch die Eltern, da diese ohnehin im Notfall für das Kind einstehen würden. Manchmal sind es auch Freundinnen oder Freunde.

Die Garantieperson soll als zusätzliche Sicherheit dienen, wenn der Mutter etwas zustößt und/oder das Kind nicht (finanziell) abgesichert ist. Es dient also eigentlich in erster Linie dem Schutz des Kindes. Aber ganz klar auch dem Schutz dessen, der die Garantieperson als weitere Sicherheit wünscht, um das Risiko zu minimieren, dass er irgendwann einmal selber für das Kind zahlen muss. (Mehr dazu in meinem Interview mit Constanze Bleichrodt von der Cryobank München)

Alle Kliniken, die du in meiner Liste der singlefreundlichen Kinderwunschkliniken findest, kannst du anrufen oder anschreiben. Jenachdem, wie ausgebucht die Zentren sind, kannst du innerhalb von 2 bis 6 Wochen einen Termin zum Vorgespräch bekommen und dann alles weitere mit ihnen planen.

Ich kann ja mal stichwortartig sagen, was ich gemacht habe, bevor es losging mit der Behandlung:

  • Folsäure eingeworfen (schadet nichts, auch wenn es erst in ein paar Monaten startet)
  • Impfungen gegen Röteln aufgefrischt (man darf erst drei Monate später loslegen mit dem Projekt Schwangerwerden, weil es sich um eine Lebendimpfung handelt)
  • HIV-Test, Hepatitis B und C-Test gemacht (obligatorisch vor dem Start einer Behandlung)
  • Parallel ging es los mit der Klinikrecherche in Dänemark: die preiswertesten, am besten erreichbaren habe ich mir rausgesucht und angeschrieben, für die dann sympathischsten habe ich mich entschieden.
  • Gespräch per Skype mit Klinik geführt. Das geht total schnell, sobald du dich für eine Klinik entscheidest. Es ist aber sinnvoll, dir zwei, drei Tage Zeit zu nehmen, damit du gezielt Fragen vorbereiten kannst. Ich war z.B. komplett überfordert mit diesen ganzen Abkürzungen beim Sperma und worauf ich sonst noch alles achten muss bei der Auswahl des Spenders

Meine ersten Schritte waren wir folgt:

  1. Welche Kinderwunschklinik behandelt mich? Termin machen, Fragen klären…
  2. Welche Voruntersuchungen sind überhaupt erforderlich? Wo lasse ich sie machen: Beim Frauenarzt oder gleich in der Klinik (letzteres macht mehr Sinn, da die Untersuchungen ausführlicher und gezielter sind)
  3. Welche Samenbank nehme ich? (die gibt meistens die Kinderwunschklinik vor. Oft sind es mindestens zwei Samenbanken, die dort akzeptiert werden)
  4. Durchstöbern der Samenbank nach möglichen Spendern (das geht über Cryos oder die European Sperm Bank (ESB) völlig kostenlos und gibt dir schon ein erstes Gefühl, was später auf dich zukommt)

Das weitere Timing und Vorgehen kannst du dann direkt mit deiner Klinik besprechen.

Anfangs hatte ich mich für die Sellmerklinik entschieden, weil sie die preiswerteste war, verkehrsgünstig von Berlin aus erreichbar war und ich einen guten Eindruck der Mitarbeiter dort hatte. Zudem konnte ich das Sperma direkt aus deren Depot nutzen und hatte keine Zusatzkosten, was Lieferung und Aufbewahrung anging.

Für das Berliner Kinderwunschzentrum habe ich mich aus zwei Gründen entschieden: Sie ist direkt an meinem Wohnort, und zu dem Zeitpunkt kannte ich keine weitere in Berlin, die Singles behandelt. Außerdem wurde ich dort hormonell stimuliert und von Anfang an hervorragend betreut.

Beides. Meine erste unstimulierte Insemination hatte ich im natürlichen Zyklus in der Sellmerklinik, in Dänemark. Meinen zweiten medikamentös stimulierten Versuch habe ich im Berliner Kinderwunschzentrum an der Gedächtniskirche gehabt.

Diese Frage wurde mir so oder ähnlich vom Großteil meiner Leserinnen gestellt. Deswegen habe ich dieser Frage einen kompletten Beitrag gewidmet, den du hier nachlesen kannst.

Erstmal erfolgt die medikamentöse Vorbereitung Tage vor der IUI. Das musst du nicht machen, erhöht aber deine Chancen auf eine Schwangerschaft. Es erfolgen ein, zwei Blutabnahmen zwecks Bestimmung der Werte bzw. ein Ultraschall zum Follikelwachstum. Ab einer bestimmten Größe des Follikels wirst du inseminiert.

Hierfür liegst du auf einer Art Gynäkologiestuhl, auf dem dir die Spermien per Kanüle eingeführt werden. Im Anschluss solltest du mindestens 10 Minuten (im Nebenzimmer) ruhen.

Studien belegen, dass es sich auf die Einnistung auswirkt, ist also echt zu empfehlen. Dann geht’s nach Hause und das Bibbern beginnt.

Meine Ärztin hat mir damals einen ganz detaillierten Zeitplan mitgegeben, der an meinen Zyklus angepasst war. Wenn du dich daran hältst, solltest du auch nichts vergessen können.

In meinem Kinderwunschzentrum kann man zumindest sagen, dass man sich jemand Speziellen für die Behandlung wünscht. Aber dann kann es passieren, dass sehr begehrte Ärzte früher ausgebucht sind und dadurch ein Termin länger dauert. War bei mir zumindest so, sodass ich mit einer anderen Ärztin vorlieb genommen habe. Das war aber auch völlig in Ordnung.

Einige der typischen Fragen wären die folgenden:

  1. Welche Untersuchungen müssen vor deiner Behandlung gemacht werden? Was davon kannst du in Eigenregie z.B. auch über deinen Hausarzt bzw. deinen Frauenarzt machen?
  2. Solltest du schon anfangen, irgendwelche Medikamenten bzw. zusätzlichen Nährstoffe einnehmen (z.B. Folsäure) und wenn ja, in welcher Dosierung?
  3. Wird eine Garantieperson und/oder ein notarieller Vertrag benötigt?
  4. Wie ist der genaue Ablauf der geplanten Behandlung?
  5. Wie kannst du deine Erfolgschancen erhöhen? Macht es z.B. Sinn, dass du Hormone zur Stimulation nimmst?

Grundsätzlich kommt es stark darauf an, welche Untersuchungen du bereits gemacht hast und welche noch anstehen. Erforderlich sind vor einer Behandlung z.B. negativer Test auf HIV, Hepatitis B + C, ggf. AMH-Wert, ggf. Auffrischung der Röteln-Impfung, ggf. Prüfung der Eileiterdurchlässigkeit.

Dann ist natürlich das Vorgespräch in einer Kinderwunschklinik notwendig und meistens ein psychosoziales Vorgespräch. Liegt das alles vor, kann es innerhalb von 4 bis 6 Wochen schon mit deiner ersten Behandlung losgehen.

Bei mir war es so, dass ich vor meiner ersten IUI in Kopenhagen ein Gespräch hatte und circa 4-6 Wochen später den Behandlungstermin, beim zweiten Versuch hat es gerade mal 3 Wochen gedauert, weil schon alle Untersuchungsergebnisse vorlagen und das Timing auch gestimmt hat.

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Samenspender (5)

Die Spenderauswahl ist eine so extrem persönliche Angelegenheit, dass es schwierig ist, da irgendwelche Tipps zu geben. Für mich persönlich waren aber mehrere Punkte wichtig, die ich in der folgenden Reihenfolge gesucht habe:

  • Welcher Spender hat schon ein Kind gezeugt? Dieser Punkt war mir wichtig, damit ich sichergehen konnte, dass es auch bei mir klappen könnte.
  • Körpergröße: Da ich selbst ziemlich klein bin (1,55m) wollte ich einen Spender, der zu mir passen würde, also weder einen Riesen noch einen Zwerg.
  • Gesundheit: Anfangs hatte ich mich so sehr aufs Aussehen des potentiellen Spenders fokussiert, dass ich der Krankengeschichte gar keine Beachtung geschenkt habe. Bis ich gemerkt habe, dass alle Spender, die in die engere Auswahl kamen, mit diversen Krankheiten (sie selbst bzw. dessen Familien) zu kämpfen hatten, die entweder auch bei uns in der Familie dominieren (z.B. verschiedene Krebsarten) oder die ich einfach nicht vererben möchte (z.B. gab es einen Spender mit neuronalen Problemen, einen mit einer Form der körperlichen Einschränkung).
  • Aussehen: Von den gesündesten Spendern habe ich dann denjenigen ausgewählt, der mir optisch, von seiner Beschreibung und dem persönlichen Interview am sympathischsten war. Und bei dem es – ganz oberflächlich – keine Glatze im familiären Umfeld gab.
  • CMV-Status: Was übrigens auch nicht ganz unwichtig ist, ist der CMV-Status des Spenders, falls du selbst CMV-negativ bist. Schön erklärt ist z.B. auf dieser Seite, warum das Cytomegalovirus so wichtig beim Kinderwunsch ist. Wenn du aber CMV-positiv bist, darfst du auch einen CMV-negativen Spender nehmen, und dann ist der Status des Mannes völlig egal.

Dieser Gedanke kann etwas Angst machen, das stimmt. Bei mir war es aber so, dass ich ein deutlich besseres Gefühl dabei hatte, mir einen intensiv geprüften (psychisch, körperlich, gesundheitlich) Spender aus einer Samenbank zu wählen, als mich dem nächstbesten One-Night-Stand hinzugeben und darauf zu hoffen, dass er kein Psychopath mit einer ansteckenden Krankheit ist.

Da ich mit dem biologischen Vater keinen Kontakt haben werde, war mir das Aussehen nicht wichtig. Zumal du nie sicher sein kannst, dass dein Kind später so aussieht, wie der biologische Vater – egal ob du nur ein Kinderbild oder, wie bei Cryos, ein Erwachsenenbild von ihm hast. Mir hilft es sogar, nicht zu wissen, wie der Vater meines Sohnes aussieht, weil ich mir vermutlich öfter mal einbilden würde, dass dieser oder jener Mann auf der Straße der Spender sein könnte (was statistisch gesehen natürlich völliger Humbug ist).

Wenn das Aussehen als Erwachsener ein wichtiger Punkt für dich ist, dann könnte es sich lohnen, entweder nur Spender mit Erwachsenenbildern in Betracht zu ziehen oder deinen Spender von einer deutschen Samenbank zu beziehen, wo die Spender für dich ausgewählt werden (können). Du kannst in diesem Fall ein Aussehen vorgeben, z.B. in dem du ein Foto (deines Ex-Partners, eine Promis…) vorlegst. Dann wird geschaut, welcher Spender dem am nächsten kommt.

Eine weitere Möglichkeit ist es, einen Mann aus deinem Bekanntenkreis zu fragen, ob er spenden würde. Hierzu solltet ihr euch dann allerdings darüber einig sein, welche Form von Vater er sein möchte, damit es keine unangenehmen Überraschungen gibt.

Und zur Persönlichkeit des Spenders: Bei den großen Samenbanken hast du ja sehr intensive psychologische Profile der Spender über circa 15 Seiten (die kannst du dir bei den dänischen Samenbanken auch völlig kostenlos anschauen). Hinzu kommt immer noch die Einschätzung des Teams zum Spender, weil er mehrere menschliche Stationen durchläuft. Dann erkennst du an dem mehrseitigen Fragebogen, dem Stimmprofil und der Handschriftenprobe schon ziemlich viel über den Spender. Ich kann für mich zumindest sagen, dass ich mehr über den Spender meines Sohnes weiß, als über einige meiner langjährigen Partner. Da hat sich teilweise auch erst nach einer Weile herausgestellt, dass er vom Charakter doch nicht so passte, wie gedacht. Aber wenn man verliebt ist, sieht man so einige Dinge nicht.

Was man zur Auswahl des Spenders auch noch sagen kann: Gene sind nicht alles. Natürlich bestimmen sie über bestimmte Eigenschaften und ein bestimmtes Aussehen. Aber viel entscheidender ist es, wie du dein Kind aufziehst, was du ihm mitgibst. Ich habe mich zum Beispiel bewusst für einen Spender entschieden, der in sich ruht und eine positive, optimistische Einstellung hat, weil ich eher zum Gegenteil neige. Mein Sohn kommt dahingehend tatsächlich nach seinem biologischen Vater, auch wenn er ebenfalls schüchterne Momente hat. Dennoch finde ich diesen Mix sehr spannend, und solche Punkte beachtet man ja meistens nicht, wenn man einen Partner hat. Dann denkst du vielleicht darüber nach, wie ihr das gemeinsame Kind erziehen wollt, aber auf die Persönlichkeit und das Aussehen des eigenen Partners hat man keinerlei Einfluss. Da kann das gemeinsame Kind auch manchmal Merkmale haben, die eher unbeliebt am anderen sind.

Ich habe mich nicht allzu lange mit der Option des Co-Parentings beschäftigt, weil es sich von Anfang an nicht richtig für mich angefühlt hat. Aber einige Punkte poppten auf, als ich das Co-Parenting-Modell mal für mich durchgegangen bin:

  • Vertrauensaufbau zum potentiellen Co-Vater dauert mir zu lange
  • Können er und ich uns über den jeweiligen Grad der Involviertheit als Vater und Mutter einigen?
  • Möchte ich mich wirklich mindestens 18 Jahre an einen fast Fremden binden?
  • Wie zuverlässig ist er als Vater?
  • Was geschieht, wenn einer von uns (berufsbedingt) umziehen muss?
  • Welches Motiv hat er, Vater zu werden?
  • Was geschieht, wenn er genetisch vorbelastet ist und die Krankheit an unser Kind weitergibt?
  • Kann ich mich darauf verlassen, dass der Vater auch für unser gemeinsames Kind da ist, wenn er mit einem neuen Partner eine eigene Familie gründet?

Fotos habe ich vom Spender nur aus der Zeit als Kleinkind gesehen. Das ist mir auch ganz lieb, weil ich dadurch eine kleine Geschichte um den Spender für mich kreieren kann.

Ich glaube, würde ich ein Erwachsenenfoto von ihm sehen – wie das ja z.B. bei den aktuelleren Spendern von Cryos der Fall ist – dann würde ich mich vermutlich nie richtig für einen Spender entscheiden können, weil ich ganz andere Kriterien anlege, als jemanden, von dem ich nur ein Babybild gesehen habe.

Mein Sohn hat mit 18 Jahren die Möglichkeit, Kontakt zu seinem Spendervater aufzunehmen. Wir werden hier von der Samenbank (weil seine Zeugung vor dem 01. Juli 2018 erfolgte) Kontaktdaten des biologischen Vaters erfahren. Dieser kann dann mit entscheiden, in welcher Form der Kontakt weitergeht, ob per E-Mail, per Telefon oder über ein persönliches Treffen. Das stellt sich erst dann heraus, wenn der Tag X gekommen ist.

Entscheidest du dich für einen Spender von einer deutschen Samenbank, darf dein Kind schon ab 16 Jahren die Kontaktdaten erhalten bzw. noch früher, wenn du dich mit dem DIMDI (da werden die Spenderdaten seit dem 01.07.2018 gelagert) in Verbindung setzt. Auch hier weißt du aber nie, welche Form des Kontaktes der Spender tatsächlich okay findet.

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Spenderkind (2)

Ängste und Zweifel finde ich vollkommen normal, denn das weist ja auch darauf hin, dass man nicht ganz naiv in diese Situation gerät. Fakt ist: Du kannst nicht alles vorhersagen und planen. Selbst wenn du dir heute einen total detaillierten Plan machst, was du zum Beispiel deinem Kind sagst, wenn es nach seinem Papa fragt, kommt es in der Situation vermutlich ganz anders.

Du wächst als Solomama in viele Situationen hinein, und deswegen kannst du gar nicht alle Eventualitäten vorhersehen – und musst es auch nicht.

Dass du darüber nachdenkst, wie dein künftiges Spenderkind mit seiner Entstehung umgehen wird, finde ich nachvollziehbar.

Trotzdem bin ich der Ansicht, dass das Kind in die jeweilige Situation reinwächst, in der es ist. Wir beide sind ja noch anders sozialisiert, kennen Vorurteile über Alleinerziehende, wissen, dass es Menschen gibt, die es seltsam finden, wenn ein Kind ohne biologischen Vater aufwächst. Und doch ist es immer verbreiteter.

Ich glaube, wenn du deinen Kind das Selbstbewusstsein mitgibst, dass es genauso okay ist, wie es ist – eben auch ohne biologischen Vater –, dass es für ihn dann selbstverständlich wird. Je aufgeklärter Deutschland wird, desto einfacher natürlich. Allerdings ist es hierfür sicherlich zu empfehlen, dass du selbst auch davon überzeugt bist, dass das der richtige Weg für dich ist.

Es gibt aber noch andere Alternativen, etwa Co-Parenting, ein Spender aus dem privatem Umfeld mit (sporadischem) Kontakt oder – wenn du bereits ein Kind hast – der Vater deines ersten Kindes als Spender für dein zweites.

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Kosten und Finanzen (7)

Aus meiner Perspektive kann ich dir folgendes sagen: Im ersten Jahr bin ich gut gut mit dem Elterngeld hingekommen, dann hatte ich noch einige Rücklagen (bin eh ein sparsamer Typ) und arbeite momentan nur in Teilzeit (25 Stunden/Woche). Und auch da komme ich mit meinem Geld hin.

In Werten ist es deswegen nicht ganz einfach zu sagen, weil du ja je nach Wohnort, Miete und sonstigen Ausgaben (Kita kostet in Berlin z.B. nur 23€/Monat) andere Maßstäbe ansetzen musst. Beispielsweise sollte man für seine Miete eigentlich maximal ein Drittel seines Nettoeinkommens ausgeben. Schaue ich mich in meinem Umfeld um, weiß ich, dass da teilweise 50% und mehr für die Miete draufgehen. Und schon hast du eine andere Ausgangslage.

Im Grunde kommt es ja auch darauf an, wo du dein Geld lässt. Ohne Kind bzw. im ersten halben Jahr mit Kind bin ich immer noch regelmäßig Essen gegangen und habe mir diesen persönlichen Luxus gegönnt. Das ist in Berlin günstig, anders als z.B. in Hamburg oder München. Das mache ich jetzt nicht mehr in dem Umfang, sondern nur noch ab und zu. Das liegt aber auch daran, dass sich die Prioritäten mit Kind verschieben und du vielleicht auch gar keine große Lust mehr aufs Auswärtsessengehen hast. Dass ich weniger in Teilzeit verdiene als in Vollzeit und davon für zwei sorgen muss, fällt mir bisher nicht negativ auf.

Es gibt übrigens eine schöne Liste vom statistischen Bundesamt, die in regelmäßigen Abständen die Konsumausgaben in verschiedenen Familienformen untersucht. 2013 wurden bei einer Alleinerziehenden mit einem Kind unter 18 Jahren durchschnittlich 612€ monatliche Ausgaben fürs Kind angesetzt. Die vollständige Studie kannst du dir hier reinziehen.

Auch wenn du keinen Unterhaltsvorschuss bekommst, wenn du dich für einen Spender von einer Samenbank entscheidest, hast du trotzdem ein paar Optionen, wie du deine Haushaltskasse aufpolstern kannst. Lies dir hierzu in meinen FAQs doch mal das hier durch oder schaue auf Silke Wildners Blog Gut Alleinerziehend – Hilfe für Alleinerziehende vorbei, wo sie unter anderem 5 Spartipps für Alleinerziehende gibt.

Jein. Eigentlich steht Alleinerziehenden Unterhaltsvorschuss zu, wenn der andere Elternteil diesen unregelmäßig oder gar nicht zahlt. Da es allerdings offiziell keinen zweiten Elternteil gibt, wenn du dich für einen Spender von einer Samenbank entscheidest, ist leider auch kein Unterhaltsvorschuss drin.

Warum?

Die Unterhaltsvorschusskasse des Jugendamtes kalkuliert damit, dass der Vorschuss, der aus öffentlichen Geldern bezahlt wird, irgendwann vom anderen Elternteil zurückgefordert wird. Auch wenn das in der Realität immer seltener geschieht.

Es ist auch nicht zu empfehlen, dir eine Fabel rund um einen One-Night-Stand auszudenken. Fliegt diese Geschichte auf, kann sie im unglücklichsten Fall dazu führen, dass ein eventuell gezahlter Unterhaltsvorschuss nicht nur zurückgefordert wird, sondern auch noch saftige Strafen anfallen.

Kindergeld steht dir aber in jedem Fall zu, sobald dein Kind auf der Welt ist. Eventuell hast du sogar Anspruch auf den Kinderzuschlag und Wohngeld. Beides hängt von deinem Einkommen und deinen Rücklagen ab.

Das kann man leider gar nicht pauschal sagen. Erstmal hängt es davon ab, welche Methode für dich die geeignete ist. Eine IUI ist beispielsweise deutlich günstiger als eine IVF (In-vitro-Fertilisation). Noch preiswerter wird es per Heiminsemination. Aber auch hier benötigst du Sperma, das kostenmäßig ebenfalls unterschiedlich ins Gewicht fallen kann, je nachdem für welche Samenbank oder Privatspender du dich entscheidest.

Wenn du, so wie ich, noch Medikamente bzw. Hormone nehmen musst, hebt das die Kosten nochmal an. Auch kann niemand voraussehen, wie viele Versuche du für eine Behandlung benötigst, was ja ebenfalls ein Kostenfaktor ist.

Alles in allem also ziemlich unbefriedigend. Ich lag mit zwei IUI-Versuchen bei knapp 2.000€ (davon 2 x 400€ pro IUI), inklusive Sperma und aller Medikamente. Allerdings kamen für meine erste IUI noch Reise- und Übernachtungskosten nach Kopenhagen hinzu.

Es gibt sogar so einige Frauen, die ich kenne, die ihre Kinderwunschbehandlungen von der Steuer abgesetzt haben. Allerdings empfiehlt es sich, das Spendersperma nicht mit anzugeben, weil dann schnell der Verdacht aufkommen könnte, dass du eine künstliche Befruchtung ohne Partner vorgenommen hast. Das ist nach wie vor ein Problem in Deutschland, denn da zählt irgendwie noch der Gedanke, dass eine Familie nur aus Mama, Papa und Kind besteht.

Bei der Krankenkasse kannst du dein Glück ebenfalls versuchen, aber meistens hast du da schlechtere Karten, als bei der Steuererklärung.

Ja, das habe ich. Damit habe ich uns auch die Monate über Wasser gehalten, nachdem mein Elterngeldbezug zu Ende ging und ich noch gerne eine Weile mit meinem Sohn zu Hause bleiben wollte.

Selbst wenn du nicht zu denjenigen gehörst, die jahrelang Geld zurückgelegt haben oder besonders sparsam leben, hast du einige Möglichkeiten, wie du mit Kind finanziell entlastet werden kannst. Hierfür darfst du übrigens KEIN Hartz VI empfangen, sondern musst ganz normal Geld verdienen.

MÖGLICHKEIT 1: WOHNGELD BEANTRAGEN

Wohngeld ist einkommensabhängig. Liegst du über einem bestimmten Betrag, hast du keinen Anspruch darauf. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass du – zumindest offiziell – genug verdienst, um zwei Leute, dich und dein Kind, zu versorgen. Auch nicht schlecht.

Außerdem sollten deine Rücklagen einen bestimmten Betrag nicht überschreiten, damit der Wohngeldantrag genehmigt wird. Für Singlehaushalte gilt als Richtwert 30.000€, was allerdings situationsbedingt variieren kann. Wohngeld musst du nicht zurückzahlen und es kann ein ordentlicher Batzen sein. Hier findest du einen Wohngeldrechner.

MÖGLICHKEIT 2: KINDERZUSCHLAG BEANTRAGEN

Hierzu wird es im Juli 2019 noch eine Anpassung geben, die noch mehr Vorteile für Singlefamilien bietet. Fakt ist aber, du kannst diesen Kinderzuschlag ebenfalls beantragen, wenn du Wohngeld beziehst. Dann hast du in den meisten Fällen nämlich auf beides Anspruch.

Der Kinderzuschlag beträgt aktuell 170€/Monat, ab Mitte 2019 dann 185€. Infos gibt’s z.B. hier.

Mit dem Wohngeld und dem Kinderzuschlag bist du finanziell also eigentlich schon ganz gut abgesichert.

Darüberhinaus gibt es viele KOSTENLOSE ODER PREISWERTE ANGEBOTE FÜR FAMILIEN (in Berlin sind das z.B. die Familienzentren und Nachbarschaftsetagen, in Bremen das Familiennetz), damit du auch weiterhin am Sozialleben teilnehmen kannst. Hier kannst du z.B. (kostenlose) Krabbelgruppen besuchen, an (kostenlosen) Frühstückstreffen teilnehmen und dich darüber hinaus beraten lassen, wie du dich – auch nach der Elternzeit – finanzieren kannst. Solche Angebote fand ich irgendwann ganz schön, um auch mit wenig Geld nicht abgeschottet zu sein.

Da meine Familie nicht in der Nähe lebt, sondern mehrere hundert Kilometer entfernt, habe ich nach der Geburt UNTERSTÜTZUNG VON EINER EHRENAMTLICHEN erhalten. Das wäre auch eine Option für dich, denn dafür gibt es wirklich einige tolle Organisationen, wie beispielsweise Wellcome (erste Hilfe nach der Geburt), Leihomas und Leiopas oder den Notmütterdienst. Auch wenn ich das selten genutzt habe, war es schön zu wissen, dass ich es theoretisch konnte – gerade wenn man selbst mal einen Arzttermin hat oder auch gerne mal alleine einkauft.

Während deiner Elternzeit darfst du einen Mini- bzw. Midijob ausüben, musst aber ggf. Abgaben zahlen bzw. bekommst dadurch weniger Elterngeld. Dazu gibt es im Netz einige Seiten, die dir das genauer erklären können.

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Job und Studium (2)

Konkret als Adresse kann ich dir den VAMV (Verband alleinerziehender Mütter und Väter), SHIA (Selbsthilfegruppen Alleinerziehender e.V. SHIA Landesverband) und das Familienportal nennen, wo du dich auch unverbindlich informieren kannst.

Eine zusätzliche Möglichkeit, z.B. während deiner Elternzeit Unterstützung zu beantragen, ist der Antrag auf Wohngeld (in Berlin beim Bezirksamt) und für den Kinderzuschlag (Familienkasse). Das kann sich beides während des Studiums richtig lohnen.

Ansonsten kann ich dir noch das Forum für Singlefrauen mit Kinderwunsch empfehlen, das für Frauen geeignet ist, die planen ohne Partner schwanger zu werden (oder es bereits sind). Dort gibt es jede Frauen in einer ähnlichen Situation, die immer viele Tipps parat haben.

Einen interessanten Beitrag, wie sich Studium und Kind vereinbaren lassen, kannst du auch bei Frau Mutter nachlesen.

Ich arbeite aktuell in Teilzeit und möchte das auch gerne so lange beibehalten, bis mein Sohn mindestens 3 Jahre alt ist. Das hängt einerseits damit zusammen, dass ich meinen Sohn maximal 6 Stunden pro Tag in der Kita lassen kann – meistens sind es 5, wenn man das An- und Ausziehen und Verabschiedungs- und Begrüßungszeremonien abzieht. Andererseits brauche ich auch ein wenig Zeit für mich zum Auftanken.

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Methoden (2)

Nein, mir wurden keine Eizellen entnommen. Wünscht du dir aber ein Kind und bist noch mit dem Zeitraum unsicher, kann es durchaus sinnvoll sein, über Social Freezing nachzudenken, wenn du Mitte 30 bist. Denn je jünger deine Eizellen sind, desto besser ist auch ihre Qualität.

Das ist aber, wie vieles bei der Kinderwunschbehandlung, eine Kostenfrage.

Social Freezing ist in Deutschland ja kein so großes Tabu, wie etwa als Single Mama zu werden. Das ist schonmal eine gute Nachricht. Soweit ich weiß gilt auch hier: Eizellen einfrieren zu lassen ist grundsätzlich für jede Frau möglich, egal ob mit oder ohne Partner. Sie dann später zu nutzen geht nur mit jemandem, den die Klinik akzeptiert. Das ist bei den meisten Kliniken in Deutschland ein Partner, andere sind aber schon offener, da kann es sich auch um einen Samenspender von einer Samenbank handeln.

Du kannst dir ja mal die singlefreundlichen Kliniken auf meinem Blog im Detail anschauen. Auf der jeweiligen Klinikhomepage sollte auch stehen, ob sie Social Freezing machen. Wenn das der Fall ist, wird es sicherlich kein Problem, dass du dir als Single die Eizellen wieder einsetzen lässt, wenn du einen Samenspender hast.

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Rechtliches (5)

Tatsächlich ist es so, dass es in Deutschland keine rechtliche Altersgrenze gibt, bis wann sich Frauen einer Kinderwunschbehandlung unterziehen dürfen. In Partnerschaften bezahlt die Krankenkasse das, allerdings nur bis zum 40sten Lebensjahr der Frau.

Als Singles müssen wir das ohnehin alles selbst tragen, weshalb das Alter dafür keine Rolle spielt.

Viele Kliniken behandeln Frauen aber nur noch über 42/43, wenn eine realistische Chance besteht, dass sie auch schwanger werden kann, da sich die Eizellqualität der Frau mit steigendem Alter stetig verschlechtert. Hierfür müssen verschiedene Werte gecheckt werden, etwa der AMH-Wert (Eizellreserve), Schilddrüsenwerte und ob deine Eileiter durchlässig sind.

Um das abklären zu lassen, kannst du zunächst zu deiner Frauenärztin gehen und das mit ihr besprechen. In der Kinderwunschklinik kann es dafür recht schnell losgehen, wenn klar ist, ob sie dich behandeln werden.

Für die Geburtsurkunde kannst du einfach sagen, der Vater deines Kindes ist nicht bekannt. Ein entsprechender Vermerk steht dann als “Vater unbekannt” in der Urkunde. Rechtliche Probleme gibt es ggf. dann, wenn du Unterhaltsvorschuss durchsetzen möchtest, aber eigentlich keinen Anspruch darauf hast (s.o.). Es ist übrigens so, dass keine Mama dazu gezwungen werden darf, den Namen des Vaters preiszugeben – selbst, wenn es der eigene Partner ist.

 

Weder war es im Berliner Kinderwunschzentrum an der Gedächtniskirche notwendig, ein notariell beglaubigtes Dokument vorzuweisen, noch musste ich andere Voraussetzungen erfüllen, um behandelt zu werden.

Das ist allerdings in Deutschland von Klinik zu Klinik anders geregelt, sodass bei einigen etwa eine Garantieperson erforderlich ist. Hiermit möchte die Klinik sicherstellen, dass es einen zweiten Versorger für dein Kind gibt und das Kindswohl nicht gefährdet wird für den Fall, dass dir als künftige Mama etwas zustößt.

Bei der Garantieperson kann es sich theoretisch auch um deine Mama handeln. Aber einige Praxen bevorzugen jemanden, der noch im Saft des Lebens steht, sprich ein bestimmtes Alter nicht überschritten hat.

Eventuell gehört deine Mama auch zu den All-Time-Youngstern und wird deswegen auf jeden Fall akzeptiert. Das kannst du am besten direkt vor Ort mit der Klinik klären.

In Deutschland darf der Spender ja nicht mehr als rechtlicher Vater festgestellt werden und muss in keiner Form für die Spenderin oder sein biologisches Kind zahlen.

In Dänemark ist das schon lange so geregelt. Der Spender kann bei einer Behandlung in Dänemark zwar auch völlig anonym sein, sodass du bzw. das gezeugte Kind keine Möglichkeit hat, diesen jemals kennenzulernen. Entscheidest du dich aber für einen offenen Spender, und dein Kind erfährt mit dessen 18. (bzw. 16.) Lebensjahr Details zur Identität des Spenders, um Kontakt zu ihm aufzunehmen, kann dieser trotzdem nicht zur Zahlung von Unterhalt verdonnert werden oder muss das Kind als Erben ins Testament aufnehmen.

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Interessiert dich noch etwas besonders, kannst du mir gerne eine Nachricht über mein Kontaktformular oder direkt per E-Mail an hallo[ättt]solomamapluseins.de schicken.

9 Kommentare

  • Janin

    Hallo Hanna, hast Du von einer Kinderwunschpraxis in Hamburg gehört, die eine donogene Insemination auch bei alleinstehenden Frauen durchführen würde??? Vielen lieben Dank und viele Grüße, Janin

    • Hanna

      Hallo liebe Janin,

      bisher ist es leider noch nicht so, dass sich Hamburger Praxen offiziell dazu bekennen, dass sie Singles behandeln. Du kannst dich aber bei der Hamburger Samenbank, die inzwischen von der ESB betrieben wird, vor Ort beraten lassen. Vielleicht haben sich dort inzwischen schon Veränderungen ergeben.

      Ansonsten ist Berlin auch nicht allzu weit weg von Hamburg 🙂

      Ganz liebe Grüße und vielleicht ja bis bald mal
      Hanna

  • MONIKA

    Hallo Hanna,
    weißt Du, ob die Kosten für die Kinderwunschklinik in der Steuererklärung angegeben werden können? Ich habe im Netz nur Angaben zu jeder Form von Partnerschaft gefunden. Zu alleinstehenden Frauen konnte ich keine Informationen finden.
    Viele Grüße Moni

    • Hanna

      Liebe Moni,

      ich weiß nicht, ob es eine offizielle “Ansage” dazu gibt, aber ich kenne einige Frauen, die ihre Kosten beim Finanzamt eingereicht und diese teilweise auch zurückerstattet bekommen haben. Allerdings war es bei denjenigen so, dass sie das Spendersperma NICHT mit angegeben haben. Stattdessen die verschiedenen Medikamente, Voruntersuchungen, Bluttests und sonstige Behandlungskosten, plus alles, was daran hängt. Hier darfst du ja z.B. auch deine Fahrtkosten zum Arzt geltend machen, sowie die Kosten ins Krankenhaus zur Entbindung. Probieren würde ich es auf jeden Fall! Mehr als ablehnen können sie ja nicht.

      Ich wünsche dir dabei viel Erfolg
      Hanna

  • Moni

    Liebe Hanna,
    das sind sehr gute Nachrichten. Eine finanzielle Erleichterung ist das auf jeden Fall bei den hohen Kosten der Icsi-Behandlung.
    Herzlichen Dank für Deine schnelle Antwort und Deine Unterstützung.
    Schön, dass es hier jemanden gibt, der Licht ins Dunkle bringt. Meine Klinik habe ich auch über Deine Seite gefunden.
    Alles Liebe Moni

  • Lisa

    Liebe Hanna, du warst bei deinem zweiten Versuch in der KiWuKlinik an der Gedächtniskirche. Konntest du auch dorthin die Spendersamen von Cryos schicken lassen oder arbeitet die Klinik “nur” mit der Berliner Samenbank zusammen? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen! Finde deine Seite absolut wunderbar und Danke dir tausendmal für die Bereitstellung deiner Informationen. 🙂 Lieben Gruß aus Braunschweig
    Lisa

    • Hanna

      Hallo Lisa,

      die Kinderwunschklinik an der Gedächtniskirche kooperiert auch mit der European Sperm Bank (ESB), von wo auch ich bei meinem zweiten Versuch den Spender ausgewählt habe.

      Da gibt es eine recht große Auswahl an Spendern. Zwar nicht so riesig wie bei Cryos, aber für mich hatte das auf jeden Fall völlig ausgereicht.

      Sonnige Grüße 🙂
      Hanna

  • Viki

    Hallo Hanna!

    Ich finde deinen Blog sehr interessant, einfach weil ich mich auch selbst viel mit dem Thema beschäftige.

    Was mich am meisten interessieren würde: Hattest du Angst, dass du dein “Spenderkind” nicht so lieben könntest, wie ein “mit einem Partner” gezeugtes Kind? Das du dich danach eventuell nicht mit dem Kind indentifizieren kannst, dass es irgendwie nicht “dein eigenes” ist?

    Bleibt gesund!

    Alles Liebe,
    Viki

    • Hanna

      Liebe Viki,

      das ist eine sehr spannende Frage. Ich hatte zwar zu keinem Zeitpunkt die Angst, dass ich mein Kind nicht lieben kann, war allerdings gespannt, ob ich mich in meinem Kind überhaupt wiedererkenne oder ob er mir völlig fremd erscheint, weil ich den Spender ja nur als Babybild kenne. Manchmal ist es auch noch so, dass er mir für ein paar Minuten fremd erscheint, was aber vermutlich auch passieren kann, wenn ich das Kind mit einem Partner bekäme. Das Kind ist ja nie nur 50% der eine und 50% der andere, sondern hat auch noch Anteile der Ur-ur-ur-Großeltern und anderer Verwandter.

      Ich kann mir aber vorstellen, dass es anders gewesen wäre, wenn ich ein Kind mit einem Co-Partner oder auch mit einem Partner gehabt hätte, von dem ich mich uneinig trenne. Im blödsten Fall verstehen wir uns irgendwann nicht mehr, und ich verbinde mit meinem Kind etwas, das dieser Partner hat, und das mich nervt 😉 Das ist allerdings rein spekulativ. Und ob ich mein Kind dann weniger geliebt hätte?! Vermutlich nicht.

      Liebe Grüße
      Hanna

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