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Vermischtes

Wie viel Zeit kostet mein Blog?

Hinter meinem Blog steckt einiges an Arbeit. Aber auch eine große Leidenschaft, was hauptsächlich an meinen Leserinnen und der positiven Resonanz zu meinem zweiten „Baby“ liegt.

Die meiste Zeit nutze ich momentan dafür, private Nachrichten zu beantworten. Davon flattern monatlich zwischen 9 und 15 in mein Postfach, auf meinen Instagram-Account oder – wenn ich mit jemandem schon „weiter“ bin – auch via WhatsApp und SMS.

Austausch ist gut und wichtig – gerade bei einem so sensiblen Thema wie der künstlichen Befruchtung von Singles und lesbischen Paaren. Deswegen versuche ich, alle Fragen, Wünsche und sonstige Punkte so bald wie möglich zu klären.

Zeitfresser „Recherche“

Ich merke allerdings, dass ich dabei häufiger in Zeitnot gerate, da die Nachrichten immer umfangreicher werden und mehr als einen kurzen Blick verdienen. Mir wird sehr viel Persönliches geschildert, das oft mit emotionalen Berg-und-Tal-Fahrten garniert ist. Da würde ich es fahrlässig finden zu schreiben „Wird schon“ oder “ Da müssen wir alle mal durch“.

Auch komplexe Fragestellungen tauchen bei jeder zweiten Nachricht auf, die ich nicht immer gleich beantworten kann, stattdessen recherchieren muss. Einige Beispiele:

  • Kann ich die Kosten für eine künstliche Befruchtung von der Steuer absetzen?
  • Welche (rechtlichen) Konsequenzen hat es, wenn ich den Ämtern mitteile, dass mein Kind über einen One-Night-Stand entstanden ist anstatt über eine Kinderwunschbehandlung?
  • Von welchen Faktoren hängt es ab, ob ich Wohngeld und den Kinderzuschlag erhalte?
  • Wo finde ich Unterstützung, wenn ich während des Studiums alleinerziehende Mama werden möchte?
  • Wie finde ich eine geeignete Kita als Alleinerziehende?
  • Wie manage ich die finanzielle Situation, wenn ich keinen Unterhaltsvorschuss bekomme?

Das ist eine homöopathische Auswahl von Fragen, bei denen es nicht genügt, mir nur Gedanken zu machen und diese mit der Leserin zu teilen. Weil ich gerne Informationen weitergeben möchte, die Hand und Fuß haben, sitze ich an solchen Themen schon mal ein paar Stunden, um alle möglichen Seiten zu beleuchten.

Prokrastination mit schlechtem Gewissen

Was ist die Folge?

Ich schiebe Nachrichten mit solchen Themen weiter nach hinten, beantworte erst die vermeintlich einfacheren Fragen und prokrastiniere so lange, bis ich nicht mal mehr sicher bin, ob sich die Leserin überhaupt noch daran erinnert, dass sie mir geschrieben hat. Das ist äußerst doof und macht mir auch kein gutes Gefühl.

Alternativ könnte ich natürlich einfach schreiben: Such‘ dir die Antwort bitte selbst bei Google. Muss ich manchmal auch, denn einige der Fragen betreffen Punkte, die nichts mit dem Thema meines Blogs zu tun haben. Zumindest auf den ersten Blick.

Trotzdem bin ich unzufrieden mit meiner Aufschieberitis. Finde es selbst ja auch nicht cool, wenn ich mir mein Herz aus der Seele schreibe und mein Gegenüber gar nicht oder erst mehrere Monate später reagiert.

Ähnlich verhält es sich mit meinen Blogbeiträgen. Viele von ihnen liegen halb gar in meiner Cloud und warten – für dich unsichtbar – auf ihren Einsatz. Im Grunde fehlt „nur“ noch der Feinschliff, aber auch der braucht Zeit. Und davon habe ich momentan einfach zu wenig.

Eine halbe Stunde täglich reicht locker! Oder?

Wie du vielleicht weißt, arbeite ich in Teilzeit. Mein Plan war es, die freien Momente, die mein Sohn in der Kita ist, für meinen Blog zu nutzen. Da könnte man meinen, dass eine halbe Stunde täglich „Freizeit“ dafür genügt. Dachte ich auch ganz naiv, bis ich mein Zeitengagement mal grob analysiert habe.

Vielleicht interessiert es dich ja, wie viele Studenten ich monatlich in meinen Blog stecke bzw. stecken müsste, um alle Nachrichten zu beantworten, einen Beitrag und ein Interview zu verfassen und zu veröffentlichen. Schau mal hier:

 DAUER
Lesedauer/Nachricht (je nach Umfang):1-3 Minuten
Beantwortung (teilweise mit Recherche):5-30 Minuten
LESEN & BEANTWORTEN VON NACHRICHTEN (pro Monat)ca. 1 STD bis 8,25 STD
Themenrecherche (pro Beitrag):3-5 Stunden
Erstellung eines Beitrags (je nach Thema und Umfang):5-20 Stunden
Optische Aufbereitung des Beitrags (inkl. Verlinkung, Bildrecherche): 15-40 Minuten
RECHERCHE, ERSTELLUNG & AUFBEREITUNG EINES BLOGBEITRAGS8,25 STD bis 25,75 STD
Interview (inkl. Vorbereitung):2-3 Stunden
Nachbereitung (inkl. Bildrecherche, Introtext, optische Aufbereitung)30-90 Minuten
VORBEREITUNG AUF INTERVIEW, INTERVIEWTERMIN & NACHBEREITUNG DES INTERVIEWS2,5 STD bis 4,5 STD
Angenommen, pro Monat (ca. 20 Tage)
schaffe ich einen Beitrag und ein Interview,
dann komme ich - zusammen mit den
Nachrichten meiner Leserinnen - auf die
folgende...
...GESAMTDAUERca. 11,75 STD (Minimum pro Monat)
ca. 38,5 STD (Maximum pro Monat)

Würde ich das in Geld umrechnen und als Basis den Mindestlohn von 9,19€ (Stand: 1. Januar 2019) ansetzen, käme ich monatlich immerhin auf zusätzliche 107,98€ (Minimum) bis 353,82€ (Maximum).

Karibik, ich komme!

Nicht mit aufgenommen habe ich die Überarbeitung von Beiträgen, die bereits online sind, z.B. die Liste von Kinderwunschkliniken für Singles und lesbische Paare (Updates betreffen sowohl rechtliche Veränderungen, als auch neu hinzugekommene Kliniken, die ich vorher anschreibe).

Auch mögliche Gastbeiträge von mir oder Interviews, die von Magazinen mit mir geführt wurden, sind nicht mit dabei.

Genauso wenig Anfahrten zu Interviews, die ich mit Gästen geführt habe, da diese stark variieren und die Interviews teilweise von zu Hause via Skype bzw. per E-Mail funktionieren.

Wenn ich mich mal mit Leserinnen treffe zählt das auch nicht in diese Arbeitszeit hinein.

Oder wenn mich mein Sohn beim Schreiben unterbricht, weil er seine Mama für etwas Wichtiges braucht, wie etwa dafür, ihm beim Spielen zuzuschauen. (Dabei macht es einen Unterschied, wie lange ich es am Stück schaffe, an einem Beitrag zu arbeiten oder ob ich regelmäßig unterbrochen werde. Dann muss ich mich meistens nochmal von vorne einlesen.)

Alles rund ums Webhosting, Technik und Layout, Updates zu Plugins und anderen Tools ist natürlich auch nicht mit dabei.

Kooperationen, die zu meinem Blog passen

Auch, wenn ich kein wirtschaftlich handelndes Unternehmen bin, das sich auf Profit spezialisiert hat, muss ich mir langsam Gedanken darüber machen, wie ich meinen Blog halten kann.

Ja, der Gedanke, dass ich Leserinnen in eine Richtung drängen oder beeinflussen würde mit Kooperationen bzw. Werbung, ist immer noch in meinem Kopf. Andererseits kennzeichne ich solche Beiträge und kann davon ausgehen, dass jede Leserin ihre eigene Entscheidung trifft, unabhängig davon, was ich sage oder schreibe.

Werbung stört mich meistens auch bei anderen Blogs – auch wenn sie gut integriert ist -, weshalb ich diese Form des Sponsorings nur in sehr geringen Dosen auf meinem Blog möchte.

Zusätzlich gibt es immer noch die Möglichkeit, dass DU mich unterstützen kannst.

Worüber ich mich wahnsinnig freuen würde, wäre eine kleine Spende für meine Kaffee-Kasse, damit ich mehr Treibstoff habe. Wenn du mich ein wenig dabei unterstützen magst, diesen Blog weiterhin mit Leben zu füllen, würde ich mich sehr darüber freuen. Jeder Cent zählt und zeigt mir, dass ich mit meinem Blog am Ball bleiben soll.

Klar spendiere ich dir einen Kaffee!

Natürlich mache ich auch ohne diese Unterstützung weiter, denn nach wie vor ist mein Blog ein großes Herzensprojekt von mir. Mit einer kleinen Portion warmen Koffein bloggt es sich aber einfach gemütlicher.

Ich freue mich darauf, dass du mich weiter bei meinem Blog begleitest.

Hanna von Solomamapluseins


(Letztes Update 24. Mai 2022)

4 Kommentare

  • Diana

    Hallo liebe Hanna!
    Dein Blog macht Mut – vielen Dank dafür, das ist ganz großartig! Ich beschäftige mich schon länger mit der Frage, Single-Mum zu werden, aber nun scheint die Zeit gekommen. Wie hast Du Deine behandelnde Frauenärztin eingeweiht? Werden von dieser sämtliche Untersuchungen „bevor es losgeht“ durchgeführt oder geschieht das in der Kinderwunschpraxis?

    Herzlich,
    Diana

    • Hanna

      Hallo Diana,

      erstmal ein ganz dickes Dankeschön für deine warmen Worte! Es tut wirklich gut zu hören, dass dir mein Blog etwas bringt.

      Zu deinen Fragen: Meiner Frauenärztin habe ich von Anfang an gesagt, dass ich über eine Insemination schwanger geworden bin und keinen Partner habe. Allerdings hat sie leider nicht so reagiert, wie gewünscht – obwohl wir in Berlin sind, wo die künstliche Befruchtung von Singles kein (rechtliches) Problem darstellt. Sie sagte, dass sie das dann nicht in meiner Akte vermerken würde, damit sie keine Probleme bekommt. Ich habe mich ansonsten ganz gut von ihr behandelt gefühlt, auch wenn sie meinen Weg nicht 100%ig nachvollziehen konnte. Letztendlich habe ich meine Ärztin nach der Geburt meines Sohnes doch gewechselt und mir jemanden gesucht, der kein Problem mit meinem Weg hatte.

      Die notwendigen Untersuchungen (negativer HIV-Test, Test auf Hepatitis B + C, Auffrischung der Rötelnimpfung (3 Monate VOR einer möglichen Behandlung), AMH-Check, ggf. Eileiterdurchlässigkeitscheck, aktuelle Schilddrüsenwerte…) habe ich bei verschiedenen Praxen bzw. Kinderwunschkliniken gemacht. Das liegt aber daran, dass ich meinen ersten Versuch der IUI in Dänemark hatte und nicht genau wusste, was alles relevant ist. Würde ich mich heute nochmal behandeln lassen, würde ich alle Untersuchungen von Anfang an in einer Kinderwunschklinik vornehmen lassen, weil die dort einfach am besten wissen, welche Untersuchungen relevant sind 🙂

      Ich hoffe, dass dir meine Antworten etwas helfen konnten.

      Viele liebe Grüße
      Hanna

  • Christina

    Ich bin dir sehr Dankbar für deinen Blog, es bestärkt mich darin dass ich es auch schaffen werde SingleMom zu werden. <3
    Sag, hast du die Antworten zu den Fragen von oben (Punkt 2-6 würden mich auch sehr interessieren) schon irgendwo niedergeschrieben? 😉
    Liebe Grüße Christina

    • Hanna

      Liebe Christina,

      jetzt hat es leider eine Weile gedauert, bis ich dir antworte. Zu allen Fragen kann ich dir zwar noch nichts detailliertes Schreiben, aber schau mal in meinen FAQs für die folgenden Themen:

      Wohngeld, Kinderzuschlag, Unterhaltsvorschuss: hier und hier

      Studium und Kind

      Viele Grüße
      Hanna

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