• Ich möchte es von zu Hause aus in Eigeninitiative probieren, habe aber Bauchschmerzen dabei, das Sperma übers Internet zu bestellen. Hast du irgendwelche Erfahrungen oder Tipps?

    Deine Bedenken bezüglich Spendersamen kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich hatte anfangs auch kurz überlegt, ob ich mir aus dem privaten Umfeld jemanden suche bzw. mal die einschlägigen Foren abgrase. Aber das hat meine Bedenken eher noch verstärkt. Bei Samenbanken, die nach hohen Qualitätsstandards arbeiten, hatte ich von Anfang an ein besseres Gefühl. Die Samenbanken, die ich auf meinem Blog erwähne, erfüllen meiner Einschätzung nach alle die hohen Anforderungen an Spendersamen. Bis zum 10. Oktober 2021 gab es noch die SellmerDiers-Samenbank, die das Sperma zu dir nach Hause geschickt hat. Das ist nun leider nicht mehr der Fall. Cryos und die ESB liefern noch an autorisiertes Gesundheitspersonal. In Dänemark gehören…

  • Bringt die Heiminsemination mit ICI-Spermien überhaupt etwas? Ich überlege gerade ob eine IUI eventuell besser ist.

    Ich habe einige Frauen kennengelernt, bei denen auch eine Heiminsemination zum Erfolg geführt hat. Meistens haben sie aber auch gleich mehrere Versuche hintereinander gemacht.nnDie IUI hat den Vorteil, dass das Sperma direkt gen Eizellen gebracht wird und die Spermien nicht noch deine Schleimhaut passieren müssen. Da gehen ja immer schon ein paar flöten, und das war für mich deswegen auch einer der Gründe – neben einer ziemlich unsicheren Hand meinerseits -, dass ich mich von einem Arzt habe behandeln lassen.

  • SellmerDiers scheint ja als eine der wenigen dänischen Samenbanken nach Hause zu liefern. Hast du schon von Frauen gehört, die dank des Spermas von SellmerDiers per Heiminsemination schwanger wurden?

    Neben Cryos und der ESB dürfen die meisten dänischen Samenbanken seit einer Gesetzesänderung zum 1.7.2018 tatsächlich nicht mehr zu dir nach Hause liefern. Eben nur wenn eine medizinische Person das Go gibt oder es direkt dorthin transportiert wird.nnEtwas anders sieht es bei SellmerDiers aus. Und, ja! Es ist absolut möglich, mit Samen von dieser Samenbank (oder einer anderen) alleine schwanger zu werden.nnEs kommt eben auf viele Umstände an, auf die du gar keinen Einfluss hast, beispielsweise auf das perfekte Timing des Eisprungs, auf die Qualität deiner Eizellen, deren Anzahl. Und eine Portion Glück, ob der Spendersamen und deine Eizellen zusammenpassen gehört auch dazu. Trotzdem sicherlich einen Versuch wert.

  • Wie viele Einheiten bestellen die meisten für eine Heiminsemination?

    Bei einer Heiminsemination ist es schwierig zu sagen, nach wieviel Versuchen sich letztendlich ein Erfolg einstellt.nnIch sollte für eine IUI beispielsweise 3 bis 4 Einheiten bestellen, was auch das ist, was die meisten Samenbanken als Empfehlung aussprechen. Egal, ob man es bereits bestellt oder erst nur reserviert und im Depot der Samenbank lagert.nnWird man nach spätestens 4 Versuchen via IUI nicht schwanger, raten viele Kliniken dazu, es mit einer IVF zu probieren. Ich kann mir vorstellen, dass man bei einer Heiminsemination noch länger probiert – eventuell doppelt so lange – bis man den nächsten Schritt geht. Das ist aber nur eine Vermutung meinerseits.

  • Ich habe vor, mir das Sperma in Dänemark zu bestellen und es selbst zuhause zu probieren. Wie hast du es gemacht und wie viele Versuche hast du gebraucht?

    Eine Heiminsemination hatte ich bei mir auch erst überlegt, aber diese Präzision beim Einführen des Samens habe ich mir bei einer so aufregenden Prozedur nicht zugetraut. Und auch keinem Freund, der mir dabei hilft.nnDeswegen habe ich eine professionelle Intrauterine Insemination (IUI) durch eine Ärztin durchführen lassen, die den Samen per Katheter direkt in die Gebärmutter gespritzt hat. Insgesamt hatte ich zwei Versuche, bis es mit einer Schwangerschaft geklappt hat.

  • Dein Kind hat die Möglichkeit, später Kontakt zu seinem biologischen Vater aufzunehmen. Heißt das, dass die zwei später mal aufeinandertreffen können oder dass der Kontakt nur schriftlich erfolgen kann?

    Mein Sohn hat mit 18 Jahren die Möglichkeit, Kontakt zu seinem Spendervater aufzunehmen. Wir werden hier von der Samenbank (weil seine Zeugung vor dem 01. Juli 2018 erfolgte) Kontaktdaten des biologischen Vaters erfahren. Dieser kann dann mit entscheiden, in welcher Form der Kontakt weitergeht, ob per E-Mail, per Telefon oder über ein persönliches Treffen. Das stellt sich erst dann heraus, wenn der Tag X gekommen ist.nnEntscheidest du dich für einen Spender von einer deutschen Samenbank, darf dein Kind schon ab 16 Jahren die Kontaktdaten erhalten bzw. noch früher, wenn du dich mit dem DIMDI (da werden die Spenderdaten seit dem 01.07.2018 gelagert) in Verbindung setzt. Auch hier weißt du aber…

  • Hast Du von dem Samenspender jemals ein Foto in der Ist-Zeit gesehen oder nur Kinderfotos?

    Fotos habe ich vom Spender nur aus der Zeit als Kleinkind gesehen. Das ist mir auch ganz lieb, weil ich dadurch eine kleine Geschichte um den Spender für mich kreieren kann.nnIch glaube, würde ich ein Erwachsenenfoto von ihm sehen – wie das ja z.B. bei den aktuelleren Spendern von Cryos der Fall ist – dann würde ich mich vermutlich nie richtig für einen Spender entscheiden können, weil ich ganz andere Kriterien anlege, als jemanden, von dem ich nur ein Babybild gesehen habe.

  • Wie bist du bei der Auswahl deines Samenspenders vorgegangen?

    Die Spenderauswahl ist eine so extrem persönliche Angelegenheit, dass es schwierig ist, da irgendwelche Tipps zu geben. Für mich persönlich waren aber mehrere Punkte wichtig, die ich in der folgenden Reihenfolge gesucht habe:n n Welcher Spender hat schon ein Kind gezeugt? Dieser Punkt war mir wichtig, damit ich sichergehen konnte, dass es auch bei mir klappen könnte. n Körpergröße: Da ich selbst ziemlich klein bin (1,55m) wollte ich einen Spender, der zu mir passen würde, also weder einen Riesen noch einen Zwerg. n Gesundheit: Anfangs hatte ich mich so sehr aufs Aussehen des potentiellen Spenders fokussiert, dass ich der Krankengeschichte gar keine Beachtung geschenkt habe. Bis ich gemerkt habe, dass alle…

  • Wie und zu welchem Zeitpunkt sage ich meinem Kind, dass es aus einer Samenspende entstanden ist? Und wie geht es damit um?

    Dass du darüber nachdenkst, wie dein künftiges Spenderkind mit seiner Entstehung umgehen wird, finde ich nachvollziehbar.nnTrotzdem bin ich der Ansicht, dass das Kind in die jeweilige Situation reinwächst, in der es ist. Wir beide sind ja noch anders sozialisiert, kennen Vorurteile über Alleinerziehende, wissen, dass es Menschen gibt, die es seltsam finden, wenn ein Kind ohne biologischen Vater aufwächst. Und doch ist es immer verbreiteter.nnIch glaube, wenn du deinen Kind das Selbstbewusstsein mitgibst, dass es genauso okay ist, wie es ist – eben auch ohne biologischen Vater –, dass es für ihn dann selbstverständlich wird. Je aufgeklärter Deutschland wird, desto einfacher natürlich. Allerdings ist es hierfür sicherlich zu empfehlen, dass…

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